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Liebe Gemeinde!

Die Monatslosung für Juli 2026 lautet: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,24)

 

Monatslosung Julí ´26
Bildrechte Hohmeier

Wasser ist lebensnotwendig. Wo es fehlt, vertrocknet alles. Wir sehen es aktuell gerade wieder in unseren Gärten. Wo es fließt, entsteht neues Leben. Das vertrocknete Gras auf der Wiese wird wieder grün. Welke Pflanzen erholen sich und wachsen weiter. Der Prophet Amos greift das Bild des Baches auf, um deutlich zu machen: Recht und Gerechtigkeit sind keine Nebensache. Sie sind so lebenswichtig wie Wasser in einer trockenen Landschaft.

Zur Zeit des Propheten wurde Gottesdienst gefeiert, Opfer wurden dargebracht und Feste begangen. Doch gleichzeitig wurden Arme unterdrückt, Schwache übersehen und an den Rand gedrängt. Gott macht durch Amos deutlich: Ein Glaube, der sich nicht im gerechten Handeln zeigt, bleibt unvollständig. Er wünscht sich keine gelegentlichen Tropfen der Gerechtigkeit, sondern einen Strom, der beständig fließt – einen Bach, der niemals versiegt.

Dieser Vers fordert auch noch heute heraus. Recht und Gerechtigkeit beginnen nicht erst am Gericht, sondern bereits im politischen Wirken und Handeln, in der Ausformulierung von Gesetzen und Beschlüssen. Und die Diskussionen zeigen uns, wie schwer es ist, es jedem gerecht zu machen. Gerechtigkeit und Recht wachsen auch bereits dort, wo Menschen ehrlich miteinander umgehen, wo sie die Wahrheit sagen, wo sie sich für Benachteiligte einsetzen und Anderen mit Respekt begegnen. Oft sind es kleine Entscheidungen im Alltags, durch die Gottes Gerechtigkeit sichtbar wird. Bei 1. Mose 5,2 heißt es: Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«.“

Das versetzt uns ganz an den Ursprung der Schöpfung. Gott macht feine Unterschiede – er schafft Mann und Frau. Doch das Entscheidende folgt sofort danach: Er segnet sie gemeinsam und gibt ihnen einen Namen: Mensch. Vor Gott hat keiner mehr Recht als Andere. Bei Gerechtigkeit gibt es keine Rangordnung. Keiner ist mehr wert, keiner ist wichtiger. Wir teilen dieselbe Würde, denselben Segen und denselben Namen. Im Alltag vergessen wir das oft. Wir teilen Menschen schnell in Schubladen ein: nach Leistung, Herkunft, Kleidung, Aussehen oder Meinung. Mose erinnert uns: Jeder, der dir heute begegnet, ist im tiefsten Kern genau wie du – ein von Gott gesegneter Mensch. Das ist für uns eine Herausforderung. Und ehrlich gefragt, bildet sich das in unserer Gesellschaft, in den sozialen Medien heute noch so ab? Wohl eher nicht.

Fangen Sie doch wieder einmal damit an, Ihren Mitmenschen ganz bewusst als „Menschen Gottes“ zu begegnen. Schenken Sie der Person an der Supermarktkasse ein echtes Lächeln ein wohl gemeintes Wort. Lassen Sie ihr Gegenüber im Gespräch ausreden, auch wenn Sie anderer Meinung sind. Machen Sie vielleicht auch den ersten Schritt zur Versöhnung, wenn nötig. Wenn wir einander so begegnen, wird der Segen Gottes aus der Schöpfung im Hier und Jetzt vielleicht wieder deutlich spürbarer, und wir erfahren bereits Gerechtigkeit im Umgang miteinander.

Gleichzeitig ist die Monatslosung für uns die Verheißung, dass Gott selbst die Quelle dieser Gerechtigkeit ist. Wer die Werte seines Glaubens lebt, kann dazu beitragen, dass Trockenheit und Perspektivlosigkeit in Hoffnung verwandelt wird – in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde und auch in der Gesellschaft.

Möge Gott uns den Mut schenken, nicht nur von Gerechtigkeit zu reden, sondern sie bereits im Alltag aufleben zu lassen – klar, erfrischend und beständig, eben wie ein nie versiegender Bach.

Gott ist die Quelle dieses Lebens in Gerechtigkeit. Öffne unsere Augen für das Unrecht um uns herum und unser Herz für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Schenke uns den Mut, für das Recht anderer einzutreten, auch wenn es unbequem ist. Lass unser Reden und Handeln von deinen Werten geprägt sein, damit durch uns wieder etwas von deinem Frieden und deiner Gerechtigkeit sichtbar wird. Lass dein Recht wie Wasser strömen – auch durch uns und unser eigenes Leben.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen schönen Juli - mit hoffentlich nicht zu warmen Tagen.

Ihr Manfred Hohmeier

 


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Kinderbibelwoche
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Kinderbibelwoche
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